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Aktuell • 24.07.2019

Das T*Café – ein neues, queeres Jugendprojekt speziell für junge trans* Menschen

Seit Juni 2019 gibt es nun ein queeres Jugendprojekt speziell für junge trans*-Menschen, dass sogenannte T*Café. Das T* Café ist ein freizeitpädagogischer Jugendtreff für trans* Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren im Falkendom, welcher zunächst für ein Jahr durch das Landesjugendamt anteilig mit einer halben Fachkraftstelle finanziert wird. Tatsächlich ist dieses pädagogisch begleitete Jugendangebot für trans* Jugendliche erst das dritte Projekt in ganz NRW!


Diesbezüglich informierten sich in der vergangenen Woche Regine Weissenfeld (Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss), Ingo Nürnberger (Sozialdezernent) und Friederike Vogt (Gleichstellungsbeauftragte LSBTI*) bei Michael Schütz (Abteilungsleitung Offene Kinder und Jugendarbeit der Falken Bielefeld), Kathleen Fuß (Fachkraft SCHLAU Bielefeld und T*Café), Lisa Averbeck (Fachkraft YAY und T*Café) und Ben Scheil (Mitarbeiter im T*Café).

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit der Falken Bielefeld hat bereits seit einigen Jahren einen weiteren, inhaltlichen Schwerpunkt: die Arbeit mit queeren Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Für diese spezielle Zielgruppe waren bis jetzt zwei Angebote bei den Falken vorgesehen und zwar zum einen das YAY (Young & Yourself), das YAY ist ein offenes Treffangebot für queere Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 und 27 Jahren aus Bielefeld und ganz OWL. Zum anderen SCHLAU. Das SCHLAU ist ein Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt zu geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen. In Form von Workshops mit Schulklassen, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bieten hier ehrenamtliche Teams die Möglichkeit, mit queeren Menschen ins Gespräch zu kommen.

Im Rahmen der offenen Gesprächsrunde betonte Michael Schütz „Neben diesen beiden Angeboten sowie dem Treff Mosaik vom Mädchentreff fehlte bisher – trotz steigender Bedarfe – ein exklusives und niedrigschwelliges Angebot nur für trans* Jugendliche. Gerade auch heranwachsende trans* Personen in Bielefeld äußerten in den queeren Treffangeboten einen spezifischen Bedarf an Austausch und Begegnungsflächen mit anderen Trans* Personen, um in einem diskriminierungsarmen Rahmen ein Selbstbewusstsein von sich und der eigenen Geschlechtsidentität zu bekommen. Medizinische, rechtliche, lebensweltbedingte Themen wollen von den trans* Besucher*innen gezielter angesprochen werden.“

Für Ostwestfalen ist dieses Projekt einzigartig, das betonte insbesondere Ben Scheil, Mitarbeiter im T*Café: „Wir waren selbst überrascht, dass in OWL kein einziges pädagogisch begleitetes Angebot nur für trans* Jugendliche existiert.“ Das der Bedarf vorhanden ist, dass betonte auch die Gleichstellungsbeauftragte für LSBTI* Friederike Vogt: „Der Bedarf eines Angebots von Trans* Jugendlichen ist schon länger offensichtlich. Trans*Jugendliche können in diesem Schutzraum so sein, wie sie wollen und hier sind sie vor Diskriminierung geschützt." Bestätigt wurde Friederike Vogt von der YAY und T*Café Fachkraft Lisa Averbeck „Die Jugendlichen nehmen das neue Angebot super an und haben mehrfach geäußert, dass sie sich freuen, dass es jetzt ein explizites trans* Angebot gibt.“


Das Projekt schließt also deutlich eine Lücke im vorhandenen queeren Angebot in Bielefeld und bietet gezielt freizeitpädagogische Angebote und vor allem ein niedrigschwelliges Beratungs- und Unterstützungsangebot für trans* Jugendliche und Heranwachsende in der Phase der geschlechtlichen Identitätsfindung. Hier finden sie Kontakte zu anderen, „realen“ trans* Jugendlichen und können so den virtuellen Raum verlassen, der zuvor oftmals ihre einzige Kontakt- und Informationsmöglichkeit war.

Dennoch ist der gesellschaftliche Aufklärungsbedarf hinsichtlich dieser Thematik imens groß. „Es gibt immer mehr Anfragen von Schulen und öffentlichen Einrichtungen, die sich Fortbildungen für Lehrer*innen und pädagogische Fachkräfte wünschen. Diesen Bedarf können wir mit unseren vorhandenen Ressourcen leider nicht abdecken.“, so Kathleen Fuß, Fachkraft von SCHLAU Bielefeld und T*Café. Und das nicht nur bei Multiplikatoren sondern auch bei den Jugendlichen Besuchern selbst: „Die Jugendlichen äußern immer wieder, dass sie sich mehr Wissen und Aufklärung in der Schule wünschen, da sie dort häufig Diskriminierung und Unverständnis erfahren.“

Zur Information

Das T*Café hat sonntags in der Zeit von 16:00 bis 20:30 Uhr geöffnet. Hier gibt es die Möglichkeit sich in gemütlicher Café-Atmosphäre mit anderen trans* Jugendlichen auszutauschen, gemeinsam Aktionen zu planen und an Trans* spezifischen Vorträgen teilzunehmen. Mittwochs ist das Angebot für alle queeren Jugendlichen gemeinsam mit dem Jugendtreff YAY von 16:00 – 20:30 Uhr geöffnet. Auch in dieser Zeit gibt es die Möglichkeit freizeitpädagogische Angebote wahrzunehmen und mitzugestalten. Ab Oktober wird es zusätzlich jeden Dienstagnachmittag zwischen 14:30 und 18 Uhr eine kostenlose Beratung angeboten, welche sich Hauptsächlich an trans* Jugendlichen aber auch an Interessierte und Angehörige richtet. Darüber hinaus sind Veranstaltungen, Workshops, Aktionen u.a. für Empowerment- und Antidiskriminierungsangebote. Das YAY bietet neben zwei offene Treffzeiten pro Woche im Falkendom auch verschiedenste Projekte sowie Beratungsangebote an. Im Internet findet man das YAY übrigens hier: https://yay.plus/de/ und das Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt SCHLAU hier: https://bielefeld.schlau.nrw.


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