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Aktuell • 25.01.2013

Lichtermeer zum Holocaust-Gedenktag am nächsten Sonntag in Löhne

 

Wann:Sonntag 27.1. 2013  18 Uhr bis 19 Uhr

Wo: Löhne Werretalhalle (2 Min vom Löhner Bhf. entfernt)

 

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27.1. 2013 veranstaltet das Bündnis für Vielfalt ein Lichtermeer. Teilnehmer entzünden zum Gedenken an die Ermordeten ein Licht. In Redebeiträgen wird auf die rechtsextreme sog. Justizopferhilfe hingewiesen, in deren Reihen Holocaustleugner aktiv sind.

Die Bielefelder Falken unterstützen das Lichtermeer.


Aktualisierung:  Die Löhner Zeitung hat einen Artikel über das Lichtermeer veröffentlicht. Hier der Link zu dem Beitrag.



Rede des Bündnisses „Gemeinsam für Vielfalt – Löhne gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus“ anlässlich des Holocaust - Gedenktages
Heute vor 68 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Auschwitz ist weltweit Symbol für den Massenmord der Nazis an den europäischen Juden. Auschwitz ist Ausdruck des Rassenwahns und das Kainsmal der deutschen Geschichte.
Konzentrationslager gab es nicht nur in Auschwitz. Bekannt sind Buchenwald, Dachau, Bergen-Belsen, weniger bekannt z.B. Majdanek oder Sobibór. Für die braunen Machthaber dienten sie von Anfang an einem simplen Zweck: Hier wurden seit Anfang 1933 alle Andersdenkenden und Gegner des Regimes konzentriert: politisch Unliebsame wie Kommunisten und Sozialdemokraten, Zeugen Jehovas, oppositionelle Priester und Pastoren, Juden, Sinti, Roma und Homosexuelle. Seit 1941 dienten Konzentrationslager der unfassbaren Vernichtung von Millionen Menschen, insbesondere Jüdinnen und Juden.
Zwischen 5,6 und 6,3 Millionen Juden sind systematisch verfolgt und ermordet worden, ganze Familien. Allein in Auschwitz wurden etwa 1 Millionen Juden und etwa 100 000 weitere NS- Opfer umgebracht. Eine unvorstellbare Zahl – und hinter jeder steckt eine Familiengeschichte, eine Tragödie.
Seit Kriegsende fordern Menschen in Deutschland und auf aller Welt: „Nie wieder Auschwitz!“ Seit Ende des zweiten Weltkrieges gibt es aber auch den Wunsch und die Forderung, einen Schlussstrich zu ziehen, die Geschichte ruhen zu lassen.
Warum dürfen wir keinen Schlussstrich ziehen? Uns – viele von uns waren bei Kriegsende noch gar nicht geboren – trifft doch keine Schuld.(?)- Nein, aber wir tragen Verantwortung dafür, dass Auschwitz sich nicht wiederholt.
Auschwitz wird es nicht wieder geben – glauben viele.
Vielleicht haben sie Recht. Aber auch heute gibt es offene Gewalt und Diskriminierung. Gegenüber Migranten, Homosexuellen, Flüchtlingen. Antisemitismus wird wieder gesellschaftsfähig. Und besonders in Ostwestfalen wächst eine ausgeprägte rechtsradikale Szene heran.
Und hier in Löhne, mitten unter uns im Zentrum der Stadt, eröffneten Rechtsextreme im letzten Jahr ein Büro, die JOH und die Botschaft von Germanitien. Deren Anhänger sind dicht verwoben mit der Neo-Nazi-Szene in OWL, manche von ihnen haben Kontakte zu Holocaust- Leugnern – oder sind es gar selbst.
Das ist erschütternd und unerträglich. Auch in Löhne gab es Verfolgung, litten Menschen unter dem NS-Terror. Pastor Wilm ist bekannt. Aber auch jüdische Familien aus der Region wurden deportiert, Züge nach Auschwitz sind durch Löhne gerollt. Wir fragen uns, wie Zeitzeugen und Opfer des NS-Terrors diese Verhöhnung erleben. Wir alle, die wir heute hier sind, zeigen, dass Rechtsextremismus, Holocaust-Leugner und Diskriminierung in Löhne
keinen Platz haben. Dabei bekommen wir auch von der jüdischen Gemeinde Herford/Detmold Zuspruch, die heute leider nicht anwesend sein kann, uns aber ihre Grüße übermittelt und unsere Aktivitäten unterstützt.
Weil es immer noch und wieder Diskriminierung und Gewalt gibt, weil rechtes Gedankengut sich in den Köpfen wieder verbreitet, darf das Erinnern nicht aufhören; denn ohne Erinnerung gibt es weder Überwindung des Bösen noch Lehren für die Zukunft.
Wir sind aber auch aufgefordert, Demokratie zu leben. Wir leben in einem Rechtsstaat und dürfen darauf vertrauen, dass der Rechtsstaat funktioniert. Aber ein funktionierender Rechtsstaat fußt auf dem Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger.
Ein funktionierender Rechtsstaat lässt Meinungsvielfalt zu. Meinungsfreiheit hört aber da auf, wo Lüge anfängt.
Die JOH in Löhne und die Germaniten stehen der Reichsbürgerbewegung nahe, die nicht nur den Holcaust leugnen, sondern auch den Staat und die Verfassung ablehnen und ihm gar seine Existenz und Legitimation absprechen. Das sind Lügen!
Zum 20. Jahrestag der fremdenfeindlichen Krawalle von Rostock-Lichtenhagen hat Bundespräsident Joachim Gauck zu einem entschiedenen Eintreten für die Werte der Demokratie aufgerufen.
"Wir versprechen Euch, wir fürchten Euch nicht. Wo ihr auftretet, werden wir Euch im Wege stehen" sagte er an Rechtsradikale gerichtet. Auch wir in Löhne stehen im Weg.
Und die Veranstaltung heute zeigt, dass wir nicht allein sind. Das gibt Hoffnung: Wir sind viele und wir brauchen uns nicht zu fürchten.

 



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