Neun Tage lang war Bielefeld im Mai Gastgeberin für 12 Jugendliche aus Adana – und für ihre 12 Bielefelder Altersgenoss*innen war es eine Zeit, die viele wohl noch lange in Erinnerung behalten werden. Vom 1. bis 9. Mai 2026 trafen sich die jungen Menschen gemeinsam mit ihren Teamer*innen aus zwei Städten und zwei Ländern um eine Woche miteinander zu leben, zu lernen und Freundschaften zu schließen.
Möglich gemacht hat das ein Zusammenschluss von Einrichtungen, die in Bielefeld tagtäglich Jugendarbeit leisten: der Bielefelder Jugendring e.V., das AWO Kinder- und Jugendhaus (KiJu) Brake, SJD – Die Falken Bielefeld, der Sportjugend Bielefeld e.V. und BINEMO e.V. Gemeinsam haben sie ein Programm auf die Beine gestellt, das zeigt, wie vielfältig und lebendig Jugendarbeit in dieser Stadt ist und wie viel Energie ehrenamtlich und hauptamtlich Engagierte dafür aufbringen, jungen Menschen solche Begegnungen zu ermöglichen. Gefördert wurde der Austausch vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke.
Los ging es direkt mit einem starken Zeichen: Am 1. Mai zogen die Jugendlichen gemeinsam zur Kundgebung im Ravensberger Park. Danach lernten sich die Gruppen bei allem kennen, was Bielefeld zu bieten hat: beim Klettern im Kletterpark, bei einer Stadtrallye quer durch die Innenstadt, bei einer Führung durch die Kasematten der Sparrenburg. Beim gemeinsamen Kochen wurde die Sprachbarriere schnell zur Nebensache, wer zusammen am Herd steht, findet andere Wege, sich zu verständigen. Und beim Besuch eines Arminia-Spiels war sowieso klar: Fußball verbindet, egal wo man herkommt.
Aber es ging auch um die großen Fragen. Im Demokratieworkshop und beim Besuch im Landtag Düsseldorf, wo die Gruppe von Christina Kampmann (SPD) empfangen wurde, bekamen die Jugendlichen einen direkten Einblick, wie Politik funktioniert. Auch der Bezirksbürgermeister Mitte, Frederick Suchla (SPD), nahm sich in Bielefeld Zeit für ein herzliches Willkommen und ein Gespräch im Alten Rathaus. Mit dabei war die gesamte Reise über auch Güngör Geçer, stellvertretender Bürgermeister von Adana, seine Anwesenheit hat dem Austausch noch einmal ein besonderes Gewicht gegeben und gezeigt, wie ernst beide Städte diese Partnerschaft nehmen.
Beim Ausflug nach Detmold empfing Bürgermeister Frank Hilker die Gruppe im Rathaus persönlich, eine herzliche Geste, die bei den Jugendlichen sichtlich Eindruck hinterlassen hat. Anschließend ging es weiter ins LWL-Freilichtmuseum, wo Geschichte lebendig wird. Einen weiteren besonderen Abend erlebten alle beim gemeinsamen Essen im Jugendzentrum Kamp, wo SPD-Vorsitzender Markus Kollmeier gemeinsam mit seinen Ratsmitgliedern ins Gespräch kam, unkompliziert, offen und auf Augenhöhe.
Besuche an der Laborschule, im Oberstufenkolleg und an der Universität Bielefeld zeigten, wie unterschiedlich Bildungswege aussehen können, während ein 3D-Workshop in der Wissenswerkstatt zum gemeinsamen Tüfteln einlud. Die Externsteine rundeten die Woche mit einem Blick auf Geschichte und Natur der Region ab.
Was in dieser Woche entstanden ist, lässt sich schwer in Programmpunkten festhalten:
Freundschaften, die über Ländergrenzen hinweg geschlossen wurden. Vorurteile, die im gemeinsamen Erleben einfach keinen Platz mehr hatten. Und ein Gefühl dafür, dass Demokratie und Miteinander keine abstrakten Begriffe sind, sondern etwas, das man gemeinsam gestalten kann.
Für alle Beteiligten ist klar: Das war nicht das letzte Mal. Schon jetzt freuen sich alle auf den Besuch in Adana im Herbst, wenn die Bielefelder Jugendlichen in Begleitung der Teamer*innen ihre neuen Freund*innen in der Türkei besuchen werden. Die Partnerschaft zwischen Bielefeld und Adana soll weiterwachsen, getragen von der Überzeugung, dass genau solche Begegnungen es sind, die junge Menschen prägen und die Gesellschaft von morgen mitgestalten.